Ein Gift für die internationalen Beziehungen
- Anton Adler

- 22. Nov. 2020
- 18 Min. Lesezeit
Russland schottet sich in letzter Zeit immer mehr von dem Ausland ab. Verschiedene Konfliktherde haben die Beziehungen unter anderem zur EU nachhaltig geschädigt. Der Fall Nawalny könnte nun zu einem kompletten Zusammenbruch der Zusammenarbeit mit Russland in vielen Bereichen führen.

Der 19. August. Noch sieht die ganze Welt auf Belarus, wo seit Tagen Menschen gegen Machthaber Lukaschenko auf die Straße gehen, der offensichtlich die Präsidentschaftswahlen nur durch Manipulation gewonnen hat. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben gerade beschlossen, die Wahl nicht anzuerkennen (wobei tatsächliche Maßnahmen erst anderthalb Monate später folgen). Einen Tag später interessiert sich kaum jemand mehr dafür. Nun schauen alle auf die Großstadt Omsk in Sibirien, wo der russische Oppositionspolitiker Nawalny um sein Leben kämpft. Jetzt, nachdem er sich in Baden-Württemberg wieder auf einem guten Genesungsweg befindet, möchte ich das Thema zusammenfassen und unter die Lupe nehmen. Wer ist Nawalny, wer hätte Interesse an einem Anschlag und wie wird sich der Fall auf internationale Beziehungen auswirken?
Wer ist überhaupt dieser Nawalny?
Alexei Anatoljewitsch Nawalny wurde 1976 in einem Dorf nahe Moskau geboren. Der 44-Jährige ist von Beruf Rechtsanwalt, war aber schon früh in der Politik tätig. 1999 tritt er der linksliberalen Partei "Jabloko" (russisch für "Apfel") bei. Laut der Webseite der Partei setzt sie sich für eine soziale Marktwirtschaft*, Chancengleichheit, Unantastbarkeit privaten Eigentums, freien Wettbewerb in Politik und Wirtschaft, Stärkung demokratischer Institutionen, eine Vormachtstellung des Gesetzes, Rechtsstaatlichkeit* und der Kontrolle des Staates durch die Bevölkerung ein. Außerdem kämpft sie für den Umweltschutz und die Rechte von Minderheiten. Hier bleibt Nawalny acht Jahre, unter anderem auch im Vorstand. 2007 äußert er öffentlich Kritik am Gründer und damaligen Vorsitzenden von Jabloko, Grigori Jawlinski, da die Partei gerade mal 1,6 % der Wählerstimmen zur Wahl der Duma* erhält und damit alle Sitze verliert. Noch im selben Jahr wird Nawalny aus der Partei ausgeschlossen, laut Jawlinski wegen nationalistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen.
Berühmtheit erlangt Nawalny aber vor allem durch seinen Kampf gegen die Korruption, dem er direkt nach seinem Parteiausschluss nachgeht. Er kauft sich Aktien von staatsnahen oder staatlichen Unternehmen und verschafft sich somit das Recht, Einsicht in die Unternehmensfinanzen zu erhalten. Dadurch deckt er viele korrupte Aktivitäten auf. Er erstellt einen Blog (navalny.com) und zahlreiche Social-Media-Accounts, auf denen er Enthüllungen, Kommentare und Aufrufe zu Protesten hochlädt. Das verschafft ihm Popularität vor allem in der jüngeren russischen Bevölkerungsschicht. Insgesamt kennen ihn laut einer Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts "Lewada-Zentrum" im März 2017 bereits 55 % der russischen Bevölkerung. Seiner Ansicht, die Regierungspartei "Geeintes Russland", die Wladimir Putins Kurs unterstützt, sei eine Partei der Gauner und Diebe, stimmt die Mehrheit der Russen zu.
Nawalny dreht mehrere Filme, unter anderem "Für euch ist er kein Dimon*" (russisch: "Он вам не Димон"), den er auf YouTube veröffentlicht und der mittlerweile 36 Millionen Aufrufe hat. Dort wirft er dem ehemaligen Präsidenten und Ministerpräsidenten, und aktuellen Vorsitzenden der Partei "Geeintes Russland" sowie stellvertretenden Leiter des Sicherheitsrates Dmitri Medwedew Korruption in unbeschreiblichem Ausmaß und den geheimen Besitz zahlreicher Villen, Jachten und Weinberge vor.
So wird er zunehmend für den Kreml zu einem Problem. Die Lage eskaliert, als Nawalny 2013 zunächst für das Bürgermeisteramt in Moskau kandidiert und überraschende 27 % der Stimmen erhält und 2018 sogar für das Präsidentenamt. Hier wird er aber nicht zugelassen, als Begründung nennt die Wahlkommission eine Verurteilung im Fall Kirowles*. Im Vorfeld der Wahl wird ein Anschlag auf Nawalny verübt. Ja, tatsächlich ist der Anschlag vor drei Monaten nicht der erste auf ihn. Im April 2017 wird Nawalny von einem unbekannten Täter mit einer Säure das Gesicht verätzt. Er muss sich daraufhin in Spanien einer Augenoperation unterziehen.
Er organisiert viele Massendemonstrationen, kaum welche werden von der Regierung genehmigt und Nawalny landet immer wieder für wenige Tage ins Gefängnis. Im bereits erwähnten Fall Kirowles urteilt das Gericht fünf Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Rubel (ca. 5.500 €).
In seiner politischen Ausrichtung lässt sich Nawalny nur schwer einordnen. Einerseits vertritt er demokratisch-liberale Standpunkte, andererseits zeigt er oft auch rechte Züge. Sich selbst bezeichnete er laut der britischen Wochenzeitung "The Economist" als "nationalistischen Demokraten". Sein Wahlprogramm zur Präsidentschaftswahl 2018 sah eine Bekämpfung der Korruption und die Minimierung der Schere zwischen arm und reich, eine Dezentralisierung der Macht und mehr Mitentscheidungsrecht des Volkes, ein unabhängiges Gericht, ein Ende der militärischen Beteiligung Russlands in der Ukraine und Syrien und eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zu europäischen und asiatischen Staaten vor - alles linke Positionen. Auf der anderen Seite hatte er schon mehrfach fremdenfeindliche Äußerungen von sich gegeben. So sagte er beispielsweise in einem Interview, Usbeken wüssten nicht, wer Puschkin* sei. Er beleidigte sie damit praktisch als bildungsfern. 2007 verglich er Menschen aus dem Kaukasus mit Kakerlaken und 2011 nahm er am rechtsextremen "Russischen Marsch" teil. Zwar scheint er nun sich von seinen früheren rechten Aussagen und Aktivitäten zu distanzieren; fraglich bleibt aber, ob er es nur aus strategischen Gründen für eine größere Unterstützung macht und die nationalistischen Ideen nicht weiterhin in seinem Kopf vorherrschen.
Was bisher geschah ...
Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Nawalny: Bei solchen Schilderungen sollte man seine Quellen möglichst immer so direkt wie möglich beziehen. Und welche Quelle könnte direkter sein als Nawalny höchstpersönlich? Anfang Oktober hat dieser ein Interview dem russischen Journalisten und Youtuber Juri Dud gegeben, der auf seinem YouTube-Kanal "vDud" (russisch: "вДудь") vor allem Interviews mit verschiedenen russischen Berühmtheiten veröffentlicht.
So schildert Nawalny den 20. August: Am Morgen fühlte er sich sehr wohl, er duschte und fuhr zum Flughafen Tomsk-Bogaschewo. Was er in Tomsk tat, werde ich später in der Analyse erläutern. Auch im Flughafen selbst hatte er noch keine Beschwerden, ihn kümmerte nur, dass er noch sibirische Süßigkeiten für seine Kinder im Duty-free-Shop kaufen musste. Er bestieg das Flugzeug der S7 Airlines nach Moskau, wo er mit seiner Familie wohnt. Beim Abflug schaute er Rick and Morty, das macht er immer bei Flügen. Etwa bei der zwanzigsten Minute spürte er plötzlich kalten Schweiß über den Rücken laufen. Das Gefühl sei seiner Aussage nach schwierig zu beschreiben. Es gehe einem sehr schlecht, ohne wirklich Schmerzen zu fühlen, aber mit dem ständigen Gedanken, man müsse gleich sterben. Er drehte sich zu seiner Pressesprecherin Kira Jarmysch um und bat sie, mit ihm zu sprechen, damit er sich auf ihre Stimme konzentrieren konnte. Alles vor seinen Augen sah er nur noch verschwommen und konnte nicht verstehen, was Kira sagt. Er entschloss sich, auf das WC zu gehen, um sein Gesicht mit kaltem Wasser abzuwaschen. Dort verbrachte er die nächsten 20 Minuten, obwohl es ihm selbst viel weniger vorkam. Das kalte Wasser brachte nichts und er verstand, dass wenn er die Toilette jetzt nicht verlässt, er die Tür aus eigener Kraft nicht mehr öffnen können wird. Er verließ das WC und spürte, dass er es nicht mehr an seinen Platz schaffen wird. Deshalb drehte er sich zum Steward um und sagte zu ihm: "Ich wurde vergiftet und werde gleich sterben!" Mit diesen Worten brach er zusammen und fiel auf den Boden. Sofort kamen weitere Stewards hinzu und sagten ihm besorgt etwas, doch er verstand nichts mehr. Dann war alles schwarz. An seine Schreie, die ein Passagier im Flugzeug aufgenommen und auf seinem Instagram-Kanal hochgeladen hat, kann er sich nicht mehr erinnern.
Nawalny fiel noch im Flugzeug ins Koma. Die Piloten entschieden aufgrund seines Zustands, dass er es nicht mehr bis Moskau schaffen würde und führten eine Notlandung in Omsk aus. Bereits zehn Minuten nach der Landung kam ein Rettungswagen, sie spritzten dem Politiker Atropin*, was immer bei einem Verdacht auf eine Vergiftung mit chemischen Kampfstoffen gemacht wird. Danach wurde er auf die Intensivstation der Städtischen Notfallklinik Nr. 1 gebracht, wo er künstlich beatmet wurde. Die Ärzte äußerten sich von Anfang an zurückhaltend mit der Diagnose, alle Möglichkeiten würden in Betracht gezogen werden. Sie sagten lediglich, sein Zustand sei kritisch, aber stabil. Kira Jarmysch war sich hingegen sicher, Nawalny sei vergiftet worden. Bereits kurze Zeit nach seiner Ankunft kamen sehr viele Polizisten in das Krankenhaus. Als Nawalnys Frau, Julija Nawalnaja, von dem Anschlag erfuhr, machte sie sich sofort auf den Weg zu ihrem Mann.
Währenddessen untersuchte Nawalnys Team, das in Tomsk geblieben war, sein Hotelzimmer, etwa eine Stunde nachdem sie von der Vergiftung erfuhren. Sie nahmen alle mögliche Gegenstände mit, die für zukünftige Untersuchungen von Bedeutung sein könnten, unter anderem eine Wasserflasche, auf der im weiteren Verlauf auch Spuren von Nowitschok* gefunden wurden. Die Gegenstände wurden später zusammen mit Nawalny nach Berlin geflogen.
Julija Nawalnaja wurde der Zutritt zu ihrem Mann verwehrt. Erst nach Stunden durfte sie ihn sehen. Sie beschreibt diesen Moment als sehr schrecklich und belastend. Nawalny hatte extreme Muskelkrämpfe und biegte sich nach außen, vor allem störte sie aber die ständige Belastung durch die vielen Beamten, die anwesend waren und ihrer Meinung nach dort nichts zu suchen hatten. Von da an war für sie klar, dass sie ihren Mann aus diesem Krankenhaus rausbringen musste und kämpfte mit allen Mitteln dafür, Nawalny in die Berliner Charité zu bringen. Sie schrieb sogar einen Brief an Putin mit der Bitte, ihren Mann aus dem Land zu lassen.
Sowohl die Charité als auch die deutsche Bundesregierung zeigten Bereitschaft, Nawalny zur Behandlung aufzunehmen, die russische Regierung gab ebenfalls ihr Einverständnis. Die Kosten sollten vollständig von Privatpersonen gedeckt werden. So startete am frühen Morgen des nächsten Tages ein Spezialflugzeug mit medizinischem Personal an Bord von Deutschland nach Omsk. Dort angekommen untersuchten die deutschen Ärzte Nawalny und sagten, er sei transportfähig. Dem widersprachen aber die Ärzte in Omsk. So wurde sein Transport zunächst verweigert und konnte erst am darauffolgenden Morgen, den 22. August, stattfinden. Vorher gab das Krankenhaus in Omsk aber noch ihre offizielle Diagnose bekannt: Eine Vergiftung konnte nicht festgestellt werden, Nawalny leide an einer Stoffwechselstörung aufgrund zu niedrigem Blutzuckers. Das Flugzeug mit ihm landete am Samstagmorgen in Berlin-Tegel, von wo er in die Charité gebracht und unter Polizeischutz gestellt wurde, da weitere Anschläge nicht auszuschließen waren.
Erste klinische Befunde deuteten auf eine Vergiftung mit einem Cholinesterase-Hemmer* hin, woraufhin Nawalny weiter Atropin verabreicht wurde. Gifte mit Cholinesterase-Hemmern zählen zu den chemischen Kampfstoffen, die international verboten sind. Durch diesen Verdacht wurden Proben an das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr geschickt und später auch an zwei schwedische und französische Labore sowie die OPCW*. Alle bestätigten Spuren von Nowitschok gefunden zu haben; sowohl im Blut von Nawalny als auch auf der Wasserflasche aus seinem Hotelzimmer. Dadurch vermutete man nun, dass Nawalny im Hotel in Tomsk vergiftet worden wäre. Die Bundesregierung verurteilte den Vorfall scharf und forderte von Russland, das Ganze vollständig aufzuklären. Unter anderem äußerten sich Bundesaußenminister Heiko Maas und Angela Merkel zu dem Fall und sprachen dabei sehr direkt, was für unsere Regierung ziemlich untypisch ist. Besonders Merkel pflegt stets eine neutrale Sprache und hört sich immer alle Seiten an, bevor sie etwas entscheidet. Dadurch wird ihr auch häufig vorgeworfen zu "merkeln" - nichts zu tun. Genau das zeigt aber die Dringlichkeit und Wichtigkeit des Falls. Der Kreml weigerte sich, die Ermittlungen aufzunehmen, da er sich auf die Diagnose der Ärzte in Omsk berufen würde und es somit keine Vergiftung gegeben hätte. Bis heute bleibt eine einfache Stoffwechselstörung Nawalnys der offizielle Standpunkt Russlands.
Währenddessen erholte sich Nawalny immer mehr. Am 07. September wurde er aus dem künstlichen Koma geholt und ab dem 14. September nicht mehr künstlich beatmet. In der Anfangszeit hatte er unter starken Halluzinationen zu leiden und ihm fehlte die Kraft, selbst kleinste Gegenstände aufzuheben, wie er selbst in seinem Interview schildert. Ihm schien es, als sehe er einen japanischen Arzt mit mechanischen Greifarmen und andere skurrile Dinge. Er versuchte ständig zu fliehen und erkannte selbst seine Frau nicht. Nach und nach lernte er wieder sprechen, lesen und schreiben, dann laufen und Gedanken formulieren. Kurz vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus besuchte ihn Angela Merkel in seinem Krankenzimmer. Laut seiner Aussage handelte es sich um ein privates Gespräch mit ihm und seiner Familie. Als der Gesundheitszustand dies zuließ, wurde Nawalny am 28. September schließlich aus der Charité entlassen, ließ sich aber weiterhin von einem Physiotherapeut behandeln, da seine motorischen Fähigkeiten noch nicht vollständig wiederhergestellt waren. Sofort fasste er den Beschluss, nach seiner vollständigen Genesung wieder nach Russland zurückzukehren. Bei der Frage, wer ihn vergiftet hat, äußert er eine klare Position: Der Anschlag auf ihn wäre höchstpersönlich von Putin angeordnet, andere Möglichkeiten zieht er nicht in Betracht.
Zunächst hielt sich Nawalny verdeckt in Berlin auf, aktuell wohnt er in einer Wohnung in der Gemeinde Ibach im Süden Baden-Württembergs. Sein Aufenthalt in Deutschland wird auch weiterhin privat finanziert, seine eigenen Konten wurden alle eingefroren. Am 15. Oktober belegte die EU Sanktionen gegen mögliche nahe zum Anschlag stehende Personen sowie das staatliche russische Forschungsinstitut für organische Chemie und Technologie mit Kontensperrungen und Einreiseverboten. Russland ordnete daraufhin entsprechende Gegensanktionen an.
Und wer ist nun verantwortlich?
Das ist gar nicht mal so einfach zu sagen, da Russland keine Untersuchungen gemacht hat. Beweisen werde ich deshalb keine Theorie können, aber zumindest jene finden, die mir am logischsten erscheint, weil sie am wenigsten offene Fragen lässt. Generell lassen sich alle Theorien zunächst in zwei große Gruppen einteilen: Nawalny wurde mit Nowitschok vergiftet oder hatte nur eine einfache Stoffwechselstörung. Bei der ersten Theorie existieren mehrere Versionen, unter anderem bezüglich der Täter des Anschlags und dem Ort der Vergiftung. Gehen wir die einzelnen Theorien mal durch:
Die Position Russlands: Es gab keinen Anschlag und keine Vergiftung, Nawalny ging es schlecht wegen einer Unterzuckerung.
Damit beruft sich die russische Regierung auf die Diagnose der Ärzte in Omsk. Wenn das stimmt, wäre eine Strafanzeige unnötig. Häufig wird als Argument für diese Theorie eingebracht, dass Nawalny am Morgen vor dem Flug nur einen Tee getrunken hat. Das führt aber noch lange nicht zu einer "Hypoglykämie", wie die Unterzuckerung in der Fachsprache genannt wird. Hat der Körper keine Glukose* mehr zur Verfügung, die vor allem für das Gehirn sehr wichtig ist, produzieren die Nebennieren Stresshormone, die zum Beispiel die Zerlegung von Glykogen in Glukose beschleunigen. Die Hormone führen natürlich zu einigen Nebenwirkungen, die aber eher mild ausfallen. Dazu gehören unter anderem Schwindelgefühle, plötzliches Schwitzen, Herzrasen und Übelkeit. Damit tatsächlich lebensbedrohliche Symptome wie Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Desorientierung und Bewusstlosigkeit auftreten, müssen die körpereigenen Möglichkeiten, den Glukosespiegel aufrecht zu erhalten, ausfallen. Dazu hätte Nawalny aber schon mehrere Tage nichts essen dürfen oder aber Krankheiten haben, zum Beispiel Diabetes, Lebererkrankungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Und diese waren weder vorher bekannt, noch von den Ärzten in Omsk festgestellt worden. Möglich wäre auch eine Unterzuckerung durch starken Alkoholmissbrauch, das wurde Nawalny von vielen Befürwortern dieser Theorie vorgeworfen. Ich frage mich aber ernsthaft, ob das Sicherheitspersonal im Flughafen Nawalny in einem stark alkoholisierten Zustand überhaupt ins Flugzeug gelassen hätte. Außerdem sind lebensbedrohliche Verläufe einer Hypoglykämie generell sehr selten. Selbst bei Diabetikern, die am häufigsten davon betroffen sind, erleidet nicht einmal einer von einhundert jährlich eine schwere Unterzuckerung.
Die bereits erwähnten Schreie von Nawalny im Flugzeug sind außerdem sehr untypisch für eine einfache Stoffwechselstörung, da scheint eine Vergiftung schon viel wahrscheinlicher zu sein. Natürlich hätte das auch alles nur sehr gut gespielt gewesen sein können von ihm und die Stewards fielen darauf herein. Aber professionelle Notärzte? Ihr Handeln ist übrigens auch interessant. Sie verabreichten dem Politiker Atropin. Häufig hört man von verschiedenen Nachrichtenportalen, Atropin würden Ärzte bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Drogen verwenden. Dem ist aber nicht so. Als akutes Gegengift wird Atropin ausschließlich bei Verdacht auf eine Vergiftung mit chemischen Kampfstoffen oder Insektiziden verabreicht. Das heißt, dass die Notärzte eine Vergiftung zumindest in Betracht gezogen haben müssen.
Eine Unterzuckerung zu diagnostizieren dauert außerdem auch nicht lange. Eine Blutprobe hätte sofort Aufschluss über Nawalnys Zustand gegeben. Das künstliche Koma und die künstliche Beatmung deuten ebenfalls eher auf eine Vergiftung hin. Und was hatten die vielen Polizisten, Minister und Geheimagenten im Krankenhaus in Omsk zu suchen? Sie waren ziemlich schnell nach seiner Ankunft vor Ort. In der ständigen Verzögerung mit dem Ausflug nach Berlin könnte man auch ein in die Länge ziehen der Zeit sehen. Entweder hoffte man, Nawalny würde zwischenzeitlich sterben oder das Gift würde sich zumindest vollständig im Körper auflösen, um einen Nachweis zu erschweren.
Natürlich ist es theoretisch möglich, dass sich die ganze Welt gegen Russland verschworen hat und vier unabhängige Labore ihre Ergebnisse gefälscht haben - das dürfte wohl aber nicht sehr wahrscheinlich sein. Ganz nebenbei wurde die OPCW sogar von Russland mitbegründet. Russland hatte schon vorher sehr angespannte Beziehungen zu der EU. Wäre ich ein Mitglied der russischen Regierung und sicher, die Ärzte in Omsk sagen die Wahrheit, würde ich den Fall vollständig und transparent aufklären, womöglich sogar internationale Ermittler einladen, um der ganzen Welt zu zeigen, dass man nichts zu verbergen hat. Diese Bereitschaft fehlt beim Kreml gänzlich. Vertrauen sie einfach anderen Ländern absolut nicht oder waren sie doch etwa am Fall beteiligt?
Zusammenfassend lässt diese Variante viele Fragen offen und hört sich an sich nicht sehr schlüssig an. Doch schauen wir uns die andere Theorie an:
Die Position der EU: Nawalny wurde mit Nowitschok vergiftet.
Über den Täter äußern sich die Regierungen der Länder aber nicht, das herauszufinden sei die Aufgabe Russlands. Natürlich sind aber in den Medien und von einzelnen Personen mehrere Theorien dazu entstanden:
Die Position Nawalnys: Der Anschlag auf ihn wurde höchstpersönlich von Putin angeordnet.
Nawalny betonte deutlich im Interview, dies sei die einzige Möglichkeit, die er in Betracht ziehe. Diese Theorie ist durchaus ernst zu nehmen. Der Oppositionelle stellt schon seit Längerem ein Problem für die Machterhaltung Putins dar. Der Zeitpunkt für den Anschlag wäre mit den Regionalwahlen zu erklären, die kurz später in Russland stattgefunden haben. Nawalny wollte für diese mit seinem Team Wähler für sein System der "klugen Abstimmung" gewinnen. Das war auch der Grund für seinen Aufenthalt in Tomsk. Die "kluge Abstimmung" wurde erstmals bei den Stadtratswahlen in Moskau angewendet und konnte dort große Erfolge erzielen. Und so funktioniert sie: Zunächst halten Nawalnys Team Ausschau nach einem oppositionellen Kandidaten, der am vielversprechendsten ist, den Kandidaten von der Regierungspartei "Geeintes Russland" zu überstimmen und somit die Wahl zu gewinnen. Dann sagen sie ihren Anhängern, sie sollen genau diesen Kandidaten wählen und niemanden anderen. Das konzentriert alle oppositionellen Stimmen bei einer Person und steigert infolgedessen die Gewinnchancen. Durch dieses System konnten fast alle Mitglieder von "Geeintes Russland" aus dem Stadtrat verdrängt werden. Dieses System würde ich zwar nicht als gut bezeichnen, da nicht etwa für den besten Kandidaten, sondern für den mit den höchsten Gewinnerwartungen gestimmt wird, für die schwächelnde Demokratie Russlands ist es aber wahrscheinlich die beste Wahl. Der Erfolg, beziehungsweise für Putin die Niederlage, hätte auch bei diesen Wahlen durchaus passieren können (in der Realität waren die Erfolge Nawalnys übrigens dieses Mal eher milde) und so bereitete Nawalny gewiss dem Präsidenten Kopfschmerzen. Doch Putin ist kein dummer Mann. Der Anschlag hätte auch ganz negative Folgen haben können. Plötzlich würde das Interesse an Nawalny steigen und möglicherweise Leute von der "klugen Abstimmung" erfahren, die vorher nichts davon wussten. Außerdem scheint der Nawalny ziemlich hochnäsig zu sein. Andere Leute würden geehrt sein, von Angela Merkel persönlich im Krankenhaus besucht zu werden, er äußerte im Interview wenig Verwunderung darüber. Genauso verhält es sich meiner Meinung nach mit seiner Aussage, Putin sei an allem schuld. Er gibt sich damit einen ziemlich hohen Stellenwert, den er so gar nicht hat. Klar hat er die kluge Abstimmung ins Leben gerufen, aber die funktioniert von seinem Team geleitet genauso gut auch ohne ihn. Gewiss ist er ein Problem für Putin, aber weit nicht das größte. Und obwohl ihn viele kennen, unterstützt ihn weiterhin nur eine Minderheit, da er nach dem Motto "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." lebt und alle Kritiker und Geeintes-Russland-Wähler beleidigt und heruntermacht oder eben auch Ausländer.
Diese Theorie könnte durchaus wahr sein, ist aber anders als Nawalny behauptet überhaupt nicht "absolut sicher".
Nawalny wurde von seinen Verwandten, seinem Team, seinen Anhängern oder gar von sich selbst vergiftet.
Letztere Vermutung soll wohl Putin bei einem Gespräch mit Frankreichs Präsidenten Macron geäußert haben. Dazu sage ich mal Folgendes: Selbst wenn ich mich selber vergiften würde, um dann später dafür Putin verantwortlich zu machen, würde ich das definitiv nicht mit Nowitschok machen. Da gibt es weit weniger qualvolle Alternativen.
Ansonsten ist jede Option natürlich theoretisch möglich. Nawalny hätte ja durchaus einen Konflikt in seiner Familie oder seinem Team haben können. Doch das wäre sogar bei Weitem schlimmer als andere Theorien. Denn das würde bedeuten, dass jede x-beliebige Person in Russland sich durch das Darknet klicken, einen Termin in einem Hinterhof vereinbaren und dort ein Flakönchen frischen Nowitschoks bekommen könne. Stimmt diese Theorie also, läuft in Russland definitiv etwas falsch.
Nawalny wurde erst in Deutschland vergiftet.
Diese Theorie ist insoweit interessant, als dass sie zulässt, dass sowohl die europäischen Labore als auch die Ärzte in Omsk die Wahrheit gesagt hätten. Doch erstens würde das weiterhin bedeuten, dass Nawalny in Russland nur eine Unterzuckerung hatte, womit meine offenen Fragen wieder ins Spiel kämen. Und zweitens stand Nawalny in Berlin permanent unter Polizeischutz. So wurde den Journalisten sogar gesagt, das Flugzeug mit ihm lande in Schönefeld und landete dann aber tatsächlich in Tegel. Eine Vergiftung, dann auch noch mit Nowitschok, erscheint eher unrealistisch.
Nawalny wurde von wirtschaftlichen, exekutiven oder politischen Eliten vergiftet.
Diese Theorie erscheint mir persönlich am sinnvollsten. Ein Beispiel hierfür wäre die FSB*. Auch hier gilt: Je tiefer der Rang dessen war, der den Auftrag gegeben hat, desto einfacher ist es scheinbar an Nowitschok heranzukommen und desto gefährlicher ist es. Ein Anschlag mit solchen Mitteln wäre bei Weitem nicht der erste. Wir erinnern uns noch gut an den Fall Skripal. Im März 2018 wurde in London der Ex-Doppelagent Sergej Skripal zusammen mit seiner Tochter Nowitschok ausgesetzt. Beide entgingen nur knapp dem Tod. Britische Geheimdienste beschuldigten die russische Regierung, den Anschlag als Vergeltung für Skripals Tätigkeit als Doppelagent veranlasst zu haben. Russland wies die Vorwürfe zurück. Noch im selben Jahr wurde der russische Aktivist der Protestgruppe Pussy Riot, Pjotr Wersilow, mit möglichen Symptomen einer Vergiftung in ein Moskauer Krankenhaus gebracht. Später kam er zur Behandlung in die Berliner Charité, genauso wie Nawalny. Wersilow machte für seine mutmaßliche Vergiftung den russischen Geheimdienst verantwortlich. Als Hintergrund für die Attacke ging er von einem Zusammenhang zu seinen Recherchen über drei im Juli 2018 ermordete russische Journalisten in Zentralafrika aus, die dort den Aktivitäten der kremlnahen Söldnertruppe Wagner auf der Spur waren. Und das sind erst zwei der zahlreichen Beispiele, bei denen für den Kreml gefährlich werdende Personen vergiftet und die Fälle nicht aufgeklärt wurden. Das Motiv wäre klar, das habe ich schon bei der Theorie des Auftraggebers "Putin" erläutert. Vielleicht wollte ja tatsächlich jemand einfach vor Putin glänzen, ihm ein Dorn aus dem Auge entfernen, was dann aber nach hinten losging.
Zusammenfassend überzeugt mich diese Theorie am meisten. Sie klingt logisch und stimmig. Aber wie schon vorher erwähnt: Beweisen kann ich nichts. Jede Möglichkeit könnte sich doch am Ende als wahr herausstellen.
Doch wer am Ende dann wirklich der Täter war, ist gar nicht das wichtigste. Ein Mensch wurde mit Nowitschok vergiftet, einer chemischen Waffe. Diese sind nicht ohne Grund international verboten. Sie töten einen Menschen nicht einfach nur, sie töten ihn in den größten Qualen. Und selbst wenn man einen Angriff mit solchen überlebt, haben die Opfer oft ihr ganzes Leben lang an den Spätfolgen zu leiden. Manchmal sogar noch ihre Kinder. Da reicht es aus, sich die zahlreichen Bilder aus den beiden Weltkriegen anzuschauen von erblindeten britischen Soldaten und am ganzen Körper verbrannten Kindern. Und dass diese Schreckenswaffen in Russland offenbar wieder verfügbar sind, ist mehr als beunruhigend.
Das größte Problem ist, dass Russland den Fall nicht aufklären will. Ich beschuldige nicht die russische Regierung, Nawalny vergiftet zu haben. Ich beschuldige sie, nicht nach dem Täter zu suchen. Ein russischer Staatsbürger wurde bei einem Flug von einer russischen in eine russische Stadt vergiftet, die Aufklärung muss folglich von russischer Seite erfolgen. Selbst wenn sich am Ende tatsächlich nur eine Unterzuckerung herausstellen sollte, besteht zumindest ein nicht geringer Verdacht einer Vergiftung und das muss untersucht werden. Ich bin auch nicht mit allen Äußerungen und Positionen von Nawalny einverstanden, sehe ihn auch nicht als besten Politiker. Aber solch einen grausamen Anschlag verdient keiner.
Was für Folgen wird dieser Fall jetzt nun auf internationale Beziehungen haben?
Zunächst sei gesagt: Im Endeffekt hat der Kreml nichts gewonnen. Weder in der eigenen Bevölkerung noch im Ausland. Nawalny ist weiterhin am Leben und seine Berühmtheit weiter gestiegen, da selbst die russischen Staatsmedien viel über den Fall berichtet haben. Russland hat sich in den letzten Jahren immer weiter abgeschottet. Konfliktherde, wie Syrien oder die Krim, haben zu immer tiefer greifenden gegenseitigen Sanktionen mit der EU oder den USA geführt. Sollte die Opposition in Belarus doch am Ende Lukaschenka von seinem Thron stoßen können, wird Russland fast keine Freunde mehr im Westen haben. Der Fall Nawalny belastet die Beziehungen weiter. So steht zum Beispiel die Fertigstellung von Nord Stream 2* auf der Kippe. Zwar hört man häufig vom russischen Präsidenten, Russland sei ein riesiges Land und könne sich im schlimmsten Fall auch selbst versorgen. Doch in unserer globalisierten Welt ist eine komplette Abschottung unmöglich. Wird Russland weiter diesen Kurs verfolgen, könnte es irgendwann wie die Sowjetunion untergehen.
Und wie geht es weiter mit Nawalny? Spätestens Anfang nächsten Jahres wird er nach Russland zurückkehren und wieder politisch aktiv werden. Und uns bleibt nur zu hoffen, dass in zwei Jahren nicht der nächste Anschlag folgt.
Glossar:
Soziale Marktwirtschaft: Das ist eine Wirtschaftsordnung, die als Basis einen freien Wettbewerb nimmt. Jedoch übernimmt der Staat trotzdem die Aufgabe, auf einen sozialen Ausgleich hinzuwirken, zum Beispiel indem er Mindestlöhne setzt. Dieses System findet unter anderem in Deutschland Anwendung.
Rechtsstaatlichkeit: Grundlegend bezeichnet der Begriff den Schutz des Individuums vor der Regierung. In einem Rechtsstaat darf die Regierung nur im Rahmen der bestehenden Gesetze handeln. Die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger müssen garantiert sein, staatliche Entscheidungen müssen von unabhängigen Gerichten überprüft werden können.
Duma: So heißt das russische Parlament (wie der Bundestag in Deutschland).
Dimon: Das ist ein Spitzname vom russischen Vornamen "Дмитрий" (Dmitri).
Fall Kirowles: Das Ermittlungskomitee der Russischen Föderation warf Nawalny vor, im Jahr 2009 das staatliche Holz verarbeitende Unternehmen "Kirowles" dazu genötigt zu haben, Holz weit unter dem Marktpreis zu verkaufen. Dem Staat sei ein Schaden von 16 Millionen Rubel (etwa 400.000 €) entstanden. Nawalny soll dabei seinen früheren Status als Berater der Regionalregierung von Kirow missbraucht haben. Er wurde für schuldig gesprochen und bekam fünf Jahre Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Rubel (ca. 5.500 €).
Puschkin: Alexander Sergejewitsch Puschkin gilt als einer der bedeutendsten Nationaldichter Russlands und als der Begründer der modernen russischen Literatur. Dass du diesen Glossareintrag liest, bedeutet übrigen nicht, dass du bildungsfern bist. An deutschen Schulen werden einfach leider viel zu wenig internationale Dichter behandelt. ;)
Atropin: Der Wirkstoff Atropin ist ein natürlich in der Tollkirsche vorkommender Stoff, der direkt auf das vegetative Nervensystem wirkt. In der Medizin wird er unter anderem als akutes Gegengift bei Vergiftungen mit chemischen Kampfstoffen oder Insektiziden verwendet.
Nowitschok: Die chemischen Kampfstoffe aus der Nowitschok-Gruppe (russisch "Neuankömmling") zählen zu den Cholinesterase-Hemmern, also Nervengiften. Sie können in verschieden Formen vorkommen und sowohl über die Nahrung als auch über die Haut oder Atmung aufgenommen werden. Das Gift löst Muskelkrämpfe im gesamten Körper aus, am Ende stirbt man durch Atem- oder Herzversagen. Nowitschok ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen sind gering. Entwickelt wurde das Nervengift von sowjetischen Wissenschaftlern zwischen 1970 und 1980 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges in einem geheimen staatlichen Forschungsinstitut.
Cholinesterase-Hemmer: Cholinesterase ist ein Enzym, das für den Abbau von Botenstoffen zuständig ist, welches Reize von Nervenzelle zu Nervenzelle weiterleitet. Ein Cholinesterase-Hemmer hemmt, wie der Name schon sagt, dieses Enzym, wodurch die Botenstoffe nicht abgebaut werden können und infolgedessen Überaktivitäten bei Muskeln entstehen. Dadurch werden Muskelkrämpfe ausgelöst, die unter anderem auch das Herz und die Atmung betreffen und somit tödlich sind.
OPCW: Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen ist eine unabhängige internationale Organisation, die die Einhaltung des Chemiewaffenverbotes überprüft.
Glukose: Glukose ist ein Einfachzucker, der besonders wichtig für die Arbeit des Gehirns ist.
FSB: Der "Föderale Dienst für Sicherheit der Russischen Föderation" ist der Inlandsgeheimdienst Russlands (wie der Bundesnachrichtendienst in Deutschland). Seine Aufgaben erstrecken sich vor allem auf den Staatsschutz, die Inlandsspionage und den Grenzdienst.
Nord Stream 2: Die Nord Stream 2 ist eine sich zurzeit noch in Bau befindende Exportpipeline für Gaslieferungen aus Russland nach Europa durch die Ostsee. Sie soll die bereits existierende Nord Stream 1 ergänzen.
Quellen:




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